Die
Situation der Kinder und Familien
Vietnam, ein Land im wirtschaftlichen Aufschwung, eine Aussage, auf die man überall trifft. Trotzdem leben viele vietnamesische Familien in großer Armut und schaffen es aus eigener Kraft nicht, der Armut zu entkommen.
Um einen passabel bezahlten
Arbeitsplatz zu finden, bedarf es vorab einer guten Schul-
und Berufsausbildung,
die sich eine arme Familie nicht leisten kann. Es fehlt an Nahrung,
Kleidung, einem wohnlichen Heim, medizinischer Versorgung und erst
recht an den Mitteln für Schulgebühren, Schulkleidung und
Schulmaterial. Meistens können diese Kinder, wenn überhaupt, nur die
nötigsten Kurse belegen. Das vietnamesiche Schulsystem ist jedoch
darauf ausgerichtet, dass den Kindern in selbst zu zahlenden
Zusatzkursen der Hauptlehrstoff vermittelt wird.
Wenn die Kinder alt genug sind um zu arbeiten, werden sie oft viel zu
früh von der Schule genommen, um die Familie zu unterstützen. Oft
verdienen die Eltern nicht genug oder sind durch Krankheit
arbeitsunfähig oder stark eingeschränkt. In einigen Familien fehlen
Vater oder Mutter, manchmal sogar beide.
Derzeit
verschlimmert sich für diese Familien die Situation dramatisch, denn
der Aufschwung im Land bringt enorme Teuerungsraten mit sich. So sind
innerhalb eines Jahres die Kosten für Baumaterial um 50 Prozent
gestiegen und der Preis für zum Beispiel Reis stieg innerhalb von 3
Monaten um 25 Prozent.
Und nicht zu vergessen: Das im Krieg eingesetzte Dioxin ist auch jetzt noch im Erdreich und somit in der Nahrungskette und im menschlichen Körper nachweisbar. Mehr als 3 Millionen Menschen leiden auch heute noch an den Folgen und in Vietnam werden noch immer überdurchschnittlich viele Kinder mit Missbildungen geboren; Krebs, Nerven- und Immunkrankheiten sind in der Bevölkerung mancher Regionen weit verbreitet. Eines der am härtesten betroffenen Gebiete ist das ehemalige Grenzgebiet zwischen Nord- und Südvietnam - dort, wo wir arbeiten.
Für diese Familien wird sich nichts ändern - außer - sie bekommen Hilfe und Unterstützung!